Workshop: Kollektiv Manifeste schreiben mit MUSMIG
im Rahmen des Mikrofestivals „Through the Dark / Miteinander leben in autoritären Zeiten“ des Volkskundemuseum am Otto Wagner Areal.
Samstag, 5. Juli 2025, 11–13 Uhr
VKM, Otto Wagner Areal, Pavillon 1
Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien
Teilnahme kostenlos, bitte um Anmeldung
Nächste Gelegenheit: Sa 4.10., 18:30 – 20:00, im Rahmen der Langen Nacht der Museen.

In einem interaktiven Workshop wollen wir gemeinsam vom aktuellen MUSMIG-Manifest ausgehend neue Manifest-Stränge für ein Museum der Migration in Österreich entwerfen. Was kann ein Museum der Migration heutzutage sein? Was soll es sammeln, wie Migrationgeschichte(n) erzählen und in kollektive Gedächtnisstrukturen einbinden?
Zusammen mit Natalie Deewan und Anna Seidel von MUSMIG entstehen so in kollektiver Zusammenarbeit neue Manifeste für ein Museum der Migration in Österreich, die auch in die bestehende Ausstellung von MUSMIG wandern können. Aus scheinbaren „Abzweigungen“ wird dabei, wie auch im Ausgangsmanifest, ein Strang, der die heterogenen Forderungen unterschiedlicher Menschen an ein Museum der Migration in Österreich verbindet und ihnen gleichwertige Relevanz zuschreibt.

Das Kollektiv MUSMIG ist ein Versuch migrantischer Selbsthistorisierung und fordert ein Museum der Migration in Österreich. Bei einem Kollektivtreffen im Wiener Integrationshaus entstand 2019 ein erstes Manifest von MUSMIG, das für die Ausstellung „#HGMneudenken“ im Januar 2020 im Wiener Arsenal als Plakat installiert wurde. Einen Monat später wurde es bei der „Geburt des Museums der Migration“, der Gründungsausstellung von MUSMIG, in Ottakring ausgestellt.

Seit Frühling 2025 greift MUSMIG das Manifest mit der Ausstellung „MUSMIG wird manifest… und platzt aus allen Nähten“ als zentrales Ausstellungselement in den Räumlichkeiten des Volkskundemuseums Wien am Otto Wagner Areal wieder auf.

Fotos: Natalie Deewan
Nach zwei Einstiegsrunden – „MUSMIG-Aussprache“ und „MUSMIG fragt“ mit 4 Fragen aus unserer Fragebogenecke – …




… entstanden im Rahmen des Workshops mehrere Einzelmanifeste …

… sowie daraus schließlich auch ein neues, kollektives Manifest:
Ein Museum über Migration ist ein Museum über das Leben.
Ein Museum über das Leben ist ein Museum über das Überleben.
Ein Museum über das Überleben ist ein Museum über Arbeit.
Ein Museum über Arbeit ist ein Museum über Prekarität.
Ein Museum über Prekarität ist ein Museum über Wohnen.
Ein Museum über Wohnen ist ein Museum über Nachbarschaft.
Ein Museum über Nachbarschaft ist ein Museum über Familie.
Ein Museum über Familie ist ein Museum über Freundschaft.
Ein Museum über Freundschaft ist ein Museum über Allianzen.
Ein Museum über Allianzen ist ein Museum über Aushandlungen.
Ein Museum über Aushandlungen ist ein Museum über Narration.
Ein Museum über Narration ist ein Museum über Wörter.
Ein Museum über Wörter ist ein Museum über Sprache.
Ein Museum über Sprache ist ein Museum über Diskurs.
Ein Museum über Diskurs ist ein Museum über Politik.
Ein Museum über Politik ist ein Museum über Machtverhältnisse.
Ein Museum über Machtverhältnisse ist ein Museum über Gesetze.
Ein Museum über Gesetze ist ein Museum über Rechte.
Ein Museum über Rechte ist ein Museum über Benachteiligung.
Ein Museum über Benachteiligung ist ein Museum über persönliche Erfahrungen.
Ein Museum über persönliche Erfahrungen ist ein Museum über Entscheidungen.
Ein Museum über Entscheidungen ist ein Museum über Selbstbestimmung.
Ein Museum über Selbstbestimmung ist ein Museum über Aufbruch.
Ein Museum über Aufbruch ist ein Museum über Migration.


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